Geschichte des Heimatvereins

25 Jahre Heimatverein Salzbergen 1975-2000

Erfahren Sie Details zur Geschichte des Heimatvereins.
(An einer Aktuallisierung ab 2000 wird gearbeitet.)


21. Februar 1975
Es trafen sich 23 Gemeindemitglieder aus allen Ortsteilen Salzbergens in der Gaststätte Möller-Lau, zu einem Gespräch mit der Absicht einen Heimatverein zu gründen.

13. Juni 1975
Gründung des Heimatverein Salzbergen. 47 Anwesende erklärten in dieser Gründungsversammlung ihre Mitgliedschaft. Damit der Heimatverein seine Arbeit aufnehmen konnte. Ausserdem wurde in dieser Versammlung auch der Vorstand gewählt, und zwar:
Josef Reisige (Vorsitzender), Aloys Möller (stellv. Vorsitzender, Karl Darpel (Kassierer), Bernhard Grothues (Schriftführer), weitere Vorstandsmitglieder:
Angela Lölver, Bernhard Dalsing, Franz Evers, Adolf Hille.

1976
Ein Jahr nach seiner Gründung hatte der Heimatverein das Glück, das verfallene Heuerhaus des Bauern Adolf Lölver, das inzwischen im Besitz des Holstener Bürgermeisters Hermann Bröker war, von ihm geschenkt zu bekommen. Man begann im gleichen Jahr noch mit dem Abtragen des Heuerhauses.

Ausserdem wurde in diesem Jahr die Trachtentanzgruppe „De Wippstettkes ut Holsten" gegründet. Ihr Gründer und Leiter ist Hubert Seifert. Diese Trachtentanzgruppe, die viele erfolgreiche Auftritte nicht nur in Bonn, Kassel oder Salzbergen und in vielen anderen Orten hatte, ist eine eigenständige, eigenverantwortliche Gruppe innerhalb des Heimatvereins.

1977
Ein einmaliges Ereignis war die 800-Jahrfeier Salzbergens. An der Herausgabe des Bildbandes „1177 - 1977, 800 Jahre Salzbergen" durch die Gemeinde war auch der Heimatverein beteiligt.
Der Teil I dieses Bandes wurde von der Gemeinde erstellt (Wiedergabe alter Dokumente, etc). Der Teil II dieses Bandes - der Teil des Heimatvereins - spiegelt in alten Aufnahmen und Postkarten das Salzbergen einer vergangenen Zeit.
Ende 1976 wandte sich der Heimatverein in einem Zeitungsaufruf an die Einwohner Salzbergens mit der Bitte, uns beim Aufbau eines Fotoarchivs zu unterstützen. Der Heimatverein konnte dann, als die Herausgabe dieses Bildbandes zur 800-Jahrfeier diskutiert wurde, aus diesen vielen eingegangenen Bildern eine gute Auswahl für den zweiten Teil des Bildbandes treffen.
An dem Festumzug zur 800-Jahrfeier am 28. August 1977 nahm der Heimatverein mit zwei Festwagen teil. Ein Wagen stellte „eine alte Landschulklasse um 1632" dar. Der auf dem Wagen mitgeführte Torbogen mit der Inschrift „Kerspel Schola A° 1632" ist eine originale Nachbildung des heut noch gut  erhaltenen Torbogens aus der vermutlich ersten Salzbergener Schule. Dieser alte Torbogen befindet sich jetzt im Kolpingbildungshaus. Der zweite Wagen war ein Folklorewagen, der Kinder der Folklorekindergruppe der Grundschule Holsten zeigte.

1977 - 1981
Ein weiteres großes Vorhaben war die im Auftrag des Heimatvereins durchgeführte Restaurierung der barocken Bildstöcke durch den Münsteraner Bildhauer und Restaurator Günther Stuchtey. Die Restaurierungskosten beliefen sich auf 40.000 DM. An Landesmitteln erhielt der Heimatverein 23.400 DM. Der Rest von 16.600 DM wurde durch Spenden und Eigenleistungen des Heimatvereins aufgebracht.

1981
Ein neuer Standort für das Heimathaus wurde gefunden. Die Finanzierung wurde geregelt und der Bau erhielt seine Genehmigung.  

März 1982
Es erfolgt der erste Spatenstich und der Aufbau konnte beginnen.

28. August 1982

Richtfest des Heimathauses.

18. September 1983

Herr Pfarrer Karl Augustin von der St. Cyriakuskirche segnete das nun fertige Heimathaus.

HeimathausViele Helfer arbeiteten freiwillig und kostenlos. Insgesamt waren es ungefähr 3.600 geleistete Arbeitsstunden.

Letztendlich beliefen sich die Kosten auf ungefähr 75.000 DM.

Das Heimathaus wurde nun zur zentralen Begegnungsstätte des Heimatvereins. Über 100 mal wurde es durchschnittlich im Jahr für Veranstaltungen, Feste und Begegnungen genutzt.


1984/1985
Eine in Ahlde gestandene alte Scheune konnte - dank der Kostenübernahme durch eines unserer Mitglieder - erworben werden. Sie wurde abgetragen und als Fachwerkschuppen in unmittelbarer Nähe des Heimathauses wieder aufgebaut.


Herbst 1989
Wiederherstellung der Grabstätte des Kölner Domprobstes Dr.Franz Karl Berlage, der 1835 in Salzbergen geboren, und 1917 in Salzbergen zu Grabe getragen wurde, war ein besonderes Anliegen des Heimatvereins. Die Verdienste Dr.Berlages um seine Tätigkeit als erster nachweisbarer Heimatforscher waren uns Grund und Anlaß genug, seine Grabstätte wieder herzurichten. Das Grab wurde am 6. März 1945 durch Bombeneinwirkung zerstört. Später wurde es eingeebnet. Im Herbst 1989 wurde die Grabstätte durch den Heimatverein fertiggestellt. Die Grabplatten stammen vom ehemaligen Altar in der Kirche Holsten. In der Kölner Dombauhütte wurden sie beschriftet und das Relief wurde gefertigt. Die Sandsteinbalustrade im Hintergrund der Grabstätte, ist ein orginales Architekturdetail vom Kölner Dom.

1995

An der Ostseite der St. Cyriakuskirche wurden 1988 vier gußeiserne Friedhofskreuze als Erinnerung an den früher dort vorhandenen „Kirchhof" (Friedhof bis 1876) neben der alten Kirche errichtet. Leider wurden 3 dieser Kreuze mutwillig zerstört. Der Heimatverein konnte 1995 wieder vier ehemalige Friedhofskreuze, wie sie im vorigen Jahrhundert (19. Jh.) und früher üblich waren, erwerben und nach deren Restauration an derselben Stelle wieder aufstellen.

1996
Das Grabdenkmal der Familie Nordmeyer fand einen neuen würdigen Platz an der dem Friedhof zugewandten Seite der Friedhofskapelle. Auch dieses hat der Heimatverein durchgeführt, um das Gedenken an eine der ältesten Salzbergener Bauernfamilien, von der es keine Nachkommen mehr gibt, zu erhalten.

2000
Zum 25-jährigen Bestehen des Heimatvereins wurde ein Radweg errichtet mit der Bezeichnung „Rund um Salzbergen", der eine Länge von ca. 31 Km hat. Am Schümersdamm am Eingang zum Biotop wurde eine Radfahrerschutzhütte errichtet. Der Radweg selbst wurde mit Radweghinweisschildern versehen, so daß jeder Radwegbenutzer diesen Weg sicher finden kann. Da dieser Radweg ein Rundkurs ist, wurde die Beschilderung so angebracht, daß er sowohl im Uhrzeigersinn als auch umgekehrt benutzt werden kann.



Weitere Tätigkeiten


Eine Aufgabe eines Heimatvereins ist die Archivarbeit. In unserem Archivraum (Grundschule) besitzt der Heimatverein zahlreiche Bücher zur Heimatliteratur, eine Vielzahl an Fotos, nach Themen geordnet, Zeitschriften, Flur- und Landkarten und Schriftstücke, die Einblicke in die Dorfgeschichte geben.

Das wilde Plakatieren an Bäumen, Wänden usw., war dem Heimatverein ein Dorn im Auge. Um ein sauberes Ortsbild zu erzielen, wurden 13 Plakattafeln in allen Ortsteilen Salzbergens aufgestellt. Sie wurden angenommen.



Turnusmäßig wiederkehrende Aktivitäten


Da gibt es die Strick- und Spinngruppe, die sich 2 bis 3 mal im Monat, außer in den Sommermonaten, im Heimathaus an den Strick- und Spinnachmittagen trifft, um auf althergebrachte Weise mit den alten Spinnrädern Wolle zu Garn zu spinnen und um zu stricken.

Ein gemütliches Beisammensein findet beim Klönabend, jeweils am letzten Montag eines jeden Monats, statt. An diesen Abenden im Heimathaus werden immer mal wieder Dias oder Filme vorgeführt, Lieder gesungen (Grill- und Liederabend im August oder Adventssingen), ider es wird auch mal gegrillt. Vor allem aber werden Gedanken ausgetauscht und erzählt.

Der Vorstand des Heimatvereins trifft sich einmal monatlich im Heimathaus zur Vorstandssitzung. Die alljährlich im Februar oder März stattfindende Jahreshauptversammlung wird ebenfalls im Heimathaus abgehalten.
Und dann gibt es die Arbeitseinsätze, die 2 bis 3 mal im Monat an einem Dienstagnachmittag stattfinden. Ohne diese freiwilligen Arbeitseinsätze wären viele Arbeiten, viele Vorhaben in oder beim Heimathaus oder draußen in der Gemeinde nicht möglich.
Zu einem gemütlichen Nachmittag im Oktober bei Kaffee und Kuchen, bei musikalischer Unterhaltung und dem Erzählen von Dönkes usw. lädt der Heimatverein die Bewohner des Altenheims jedes Jahr ins Heimathaus ein.

Unsere Mitglieder erhalten seit 1989 jeweils im Dezember kostenlos den „Salzbergener Wandkalender", der jedes Jahr nach einem bestimmten Thema erarbeitet wird. So lautete das Thema des Kalenders von 1999: „Bildpostkarten von 1897 bis 1930 zeigen Salzbergen, wie es einmal war", oder 1998: „Salzbergen und die Eisenbahn", oder im Kalender 1994 kamen die sechs Schulen zu Wort, die es einmal im Gebiet des heutigen Salzbergen gab.

Zu einem festen Bestandteil unseres Vereinslebens gehört der plattdeutsche Heimatabend im Januar eines jeden Jahres. Auftritte haben dann u.a. plattdeutsche Dönkeserzähler und nicht zu vergessen die „Wippstettkes ut Holsten".
Ein ebenfalls festes Datum ist der erste Sonntag im August, an dem alljährlich die Familien-Fahrradtour gestartet wird, wobei Ziele in der näheren Umgebung angefahren werden. Die gesamte Streckenlänge liegt in der Regel bei 30 Km.
Der Heimatverein bietet seinen Mitgliedern jedes Jahr auch Tages- und Halbtagesfahrten an. Die Ziele liegen/lagen sowohl in der Nähe als auch in der Ferne. Ziele in der Vergangenheit waren, um nur einige zu nennen, Goslar, Delft (NL), Wernigerode, Papenburg, Bourtange (NL), Osnabrück, Havixbeck...
Die Präsentation von Ausstellungen spielt in unserem Vereinsleben eine wichtige Rolle. Umfangreiche Vorarbeiten erforderten die mehr als ein Dutzend Ausstellungen, die der Heimatverein im Ratskeller des Ärztehauses, im Heimathaus oder in der Pausenhalle der Grundschule am Feldkamp zeigen konnte.

Die Themen einiger Ausstellungen seien hier genannt:

- 1988 „Alte Andachtsgegenstände"
- 1990 „Kriegs- und Nachkriegszeit in Salzbergen"
- 1993 „Untergegangene Architektur in Salzbergen"
- 1995 „Schulen in Salzbergen"
- 1998 „Alte Heimat - Neue Heimat"
- 2002 Fotoausstellung: „Brücken"


Viele Hundert Besucher sahen diese Ausstellungen.